Geschichte

Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Geschichte von Merzdorf und der Hammergrabensiedlung

🟨 Merzdorf (Cottbus)

Merzdorf ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Cottbus im Land Brandenburg. Die Ortschaft blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Bronze- und Eisenzeit reicht. Im Laufe der Jahrhunderte war Merzdorf Teil verschiedener politischer Herrschaftsgebiete und erlebte zahlreiche gesellschaftliche und infrastrukturelle Entwicklungen.

🟫 Frühgeschichte und erste Erwähnung

Archäologische Funde belegen, dass die Umgebung von Merzdorf bereits in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt war. In unmittelbarer Nähe des heutigen Ortes wurden größere Siedlungsplätze sowie bronzezeitliche Gräberfelder entdeckt. Die Dorf Lage selbst ist als Bodendenkmal-Verdachtsfläche eingetragen.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1441 unter dem Namen „Mertinsdorff“ (später „Mertensdorf“). In diesem Jahr wurden die Herrschaftsrechte über das Amtsdorf veräußert. Zehn Jahre später, im Jahr 1451, bestätigte Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg diesen Rechtsakt offiziell.

🟫 Politische Zugehörigkeit

Seit dem 15. Jahrhundert war die Niederlausitz und somit auch Merzdorf immer wieder Teil territorialer Auseinandersetzungen zwischen Böhmen, Sachsen und Preußen. Ab 1807 gehörte die gesamte Niederlausitz zum Königreich Sachsen. Mit der Neuordnung Europas nach dem Wiener Kongress wurde Merzdorf 1850 schließlich dem Königreich Preußen zugeschlagen.

🟫 Beschreibung im frühen 19. Jahrhundert

Eine detaillierte Ortsbeschreibung aus dem Jahr 1809 nennt Merzdorf ein Dorf mit:

  • 9 Bauern
  • 2 Halbbauern
  • 12 Gehöften
  • 150 Einwohnern

🟫 Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert

                                                                                                                                                                       

  • 1901: Erste Braunkohlenfunde bei Merzdorf.
  • 1924: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Merzdorf.
  • 1932: Bau der Hammergrabensiedlung
  • 1936–1937: Bau des Feuerwehrhauses.
  • 1945: Gründung der Volkssolidarität in der Hammergrabensiedlung.
  • 1949: Bau des Vereinsheims in der Hammergrabensiedlung.
  • 1951: Errichtung der Kapelle und Übergabe an die Kirchgemeinde.
  • 1952: Gründung des Sportvereins Rot-Weiß Merzdorf.
  • 1993: Gründung des Feuerwehr Historik Vereins.
  • 1997: Gründung der Jugendfeuerwehr
  • 1998 -2000 Neubau von Wohngebieten (Neue Siedlung, Kiefernblick, Hammergrund)
  • 2002: Bahnhofsbetrieb wird eingestellt auf Grund des Tagebaus.
  • 2006: Gründung des Traditionsvereins.
  • 2007: Fertigstellung und Übergabe des Aussichtsturms. Der Turm ist 34 Meter hoch, besitzt 173 Stufen und eine Aussichtsplattform in 32 Metern Höhe.
  • 2008: Bau der Ortsumgehung von Merzdorf.
  • 2009: Neubau des Kriegerdenkmals.
  • 2015: Tagebau wird eingestellt
  • 2019- 2024:  Flutung des Tagebaus der Cottbusser Ostsee entsteht

🟫 Gegenwart

Merzdorf ist heute ein lebendiger Ortsteil von Cottbus mit aktiven Vereinen, einem regen Gemeindeleben und einem ausgeprägten Geschichtsbewusstsein. Der Merzdorfer Aussichtsturm am Cottbusser Ostsee ist ein beliebter Anziehungspunkt sowohl für Einheimische als auch für Besucher.

Quelle: Merzdorfer Chronik 2009

 

Kurze Geschichte der Hammergraben-Siedlung

Aufgrund der akuten Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg beschloss die Reichsregierung 1932 ein Förderprogramm zum Eigenheimbau und zur Arbeitsbeschaffung. In diesem Rahmen stellte die Stadt Cottbus im Nordosten zwischen der Bahnlinie Cottbus–Frankfurt (Oder) und dem Hammergraben Gelände für 88 Siedlerstellen mit jeweils 1.000 m² zur Verfügung.

Im Jahr 1948 erhielten die Siedler die Möglichkeit, leerstehende Baracken in der Palzer Straße abzubauen und für eigene Zwecke zu nutzen. Bereits ein Jahr später, 1949, wurde das Vereinsheim auf dem Grundstück Hammergraben 90 feierlich eingeweiht.

1955 wurde die Siedlung an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. In den Folgejahren entwickelte sich die Infrastruktur weiter: Mitte der 1950er Jahre wurde eine Rentenzahlstelle eingerichtet, 1959 der Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter gegründet, und Mitte der 1960er Jahre kam eine Eierannahmestelle hinzu. 1965 erfolgte der Ausbau des bestehenden Konsums.

Nach der politischen Wende 1990 konnten die Siedler endlich die Grundstücke erwerben, auf denen ihre Häuser standen. Im Jahr 1994 wurde der „Siedlerverein am Hammergraben e.V.“ gegründet. Im selben Jahr wurde die Hammergraben-Siedlung dem Stadtteil Merzdorf zugeordnet – zuvor war sie ein Ortsteil von Sandow. Bereits seit 1993 wird die Hammergraben-Siedlung gemeinsam mit Merzdorf durch einen Ortsbeirat gegenüber der Stadt Cottbus vertreten.

Technisch entwickelte sich die Siedlung ebenfalls weiter: 2000 erfolgte der Anschluss an das Erdgasnetz, 2003 folgte die Anbindung an das Abwassernetz. Zwischen 2005 und 2006 wurde entlang der Bahnstrecke eine Schallschutzwand errichtet. 2007 wurde das ehemalige Spatenheim in ein Bürgerhaus umgewandelt.

Ein besonderes Ereignis war das 70-jährige Jubiläum der Siedlung im Jahr 2002, das mit vielfältigen Feierlichkeiten begangen wurde. 2011 wurden zahlreiche Häuser durch die Unternehmen Laubag und Vattenfall saniert, da sie infolge des nahegelegenen Tagebaus von Absenkungsschäden betroffen waren.

Quelle: Merzdorfer Chronik 2009, Zuarbeit von Einwohnern

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